Nachmittagsbetreuung

PÄDAGOGISCHES KONZEPT

Unser Standort bietet Betreuung und Begleitung der Kinder am Nachmittag im Volksschulbereich an. Als besonderes Projekt leben wir Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Interkulturelle Erziehung – unterschiedliche Lebensauffassungen, Werte und Bräuche finden als laufender Prozess quer durch den Jahreskreis in unserem pädagogischen Alltag statt.

Ziele:

  • Unterstützung der wachsenden Selbstständigkeit des Kindes
  • Berücksichtigung der sozialen und emotionalen Bedürfnisse der Kinder
  • Berücksichtigung der Freizeitinteressen der Kinder
  • Hilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben
  • Bewusstes Erleben lassen unterschiedlicher sozialer Verhaltensweisen, Situationen und Probleme
  • Erlernen eines gewaltfreien, gleichberechtigten und gleichwürdigen Miteinander
  • Entwicklung von Verständnis gegenüber anderen Kulturen und Weltanschauungen, Förderung von Toleranz
  • Akzeptanz und Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf
  • Jahreszeitbezogen pflegen wir unsere Bräuche, Kultur und Vorgänge in der Natur
  • Gesunde Jause – Ernährung

 

 GRUNDLAGEN und RAHMENBEDINGUNGEN

Grundlage für unsere pädagogische Arbeit ist der „situationsorientierte Ansatz“. Der von der wertschätzenden Haltung gegenüber dem Kind, der Wahrnehmung aktueller Situationen und der Arbeit der eigenen Identität und Professionalität ausgeht. Lern-, Arbeits- und Freizeitphasen sind von ihrem Stellenwert her gleich wichtig und stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

  1. Räumliche Rahmenbedingungen

Zurzeit haben wir drei eigene BÜM-Räume zur Verfügung. In diesen sind spezielle Raumteile installiert, die den Kindern Rückzugsmöglichkeiten (Leseecke, Spielecke, Kreativecke, Bauecke…) bieten. Die Hausübungsbetreuung ist räumlich von der Freizeitbetreuung getrennt, um den Bedürfnissen der Kinder nach Ruhe bei der Hausübung bzw. Spiellärm im Freizeitbereich, nachzukommen. Eigentumsfächer mit Kisten und ein eigener Platz in der Garderobe geben dem Kind das Gefühl, seinen ganz persönlichen Platz in der Gruppe zu haben und ermöglichen eine räumliche und psychische Trennung der Nachmittagsbetreuung von der Schule.

  1. Personelle Rahmenbedingungen
    • Die Rolle als Erzieherinnen

Wir wollen das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Kinder bilden und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten, nach dem Motto: ICH BIN ICH! Die Kinder sollen ihre Freiheit mit klaren Grenzen und Regeln erfahren und auch NEIN sagen dürfen. Wir setzen uns zum Ziel, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, indem wir den Entwicklungsprozess der Kinder wertfrei begleiten bzw. behutsam lenken, ihr Verhalten und ihre Gefühle wahrnehmen und wenn nötig helfend mit einer persönlichen Sprache eingreifen. Wir zeigen den Kindern unsere persönlichen Grenzen auf, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Grenzen kennen zu lernen. „Wir wollen das Kind dazu bringen, sich als Wesen mit individuellen Bedürfnissen, als Teil eines Ganzen zu sehen.“

  1. Strukturelle Rahmenbedingungen
    • Strukturierter und ritualisierter Tagesablauf

Der Tagesablauf ist so strukturiert, dass auf Anspannungsphasen (aktive Einheiten) möglichst auch Entspannungsphasen (Vorbereitung auf folgende Einheiten, beispielsweise durch Stilleübungen – „mit allen Sinnen“) folgen.

Zeitlich geregelte Hausübungs-, Wir- und Essenszeiten, die unterstützt von visuellen und akustischen Signalen ihren Ein- bzw. Ausklang finden, geben dem Kind ein Gefühl von Sicherheit.

  • Gemeinsam erarbeitetes Regelwerk

Um ein geordnetes Miteinander zu ermöglichen werden am Beginn jeden Schuljahres gemeinsam mit den Kindern die elementarsten Verhaltensvereinbarungen des Zusammenlebens und –arbeitens erarbeitet und plakativ dargestellt. Jede einzelne Regelformulierung beinhaltet eine kurze, überprüfbare, positiv verfasste Ich-Botschaft, die als Konsequenz bei Regelverletzung möglichst eine natürliche bzw. logische Folge nach sich zieht. Prosoziales Verhalten wird nach Ermessen mit verbalen Anerkennungen bzw. kleinen Aufmerksamkeiten honoriert, um die positive Absicht hervorzuheben.

Freizeitpädagogik

Sowohl angeleitete Freizeitangebote als auch das freie Spiel bilden die Basis für unsere Freizeitpädagogik. Animation und Entschleunigung sind Eckpfeiler unserer Pädagogik und stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

  1. Freizeitangebot

In der Wir-Zeit (Begegnung) erproben die Kinder ihre Kräfte und Fähigkeiten (z.B.: Ball- und Fangspiele, …), erfahren gegenseitige Lernanreize (z.B.: Kooperations- und Teambuildingspiele) und lernen, sich als Teil einer Gruppe (Kennenlern- und Vertrauensspiele) zu sehen. Das abwechslungsreiche Angebot ist in einem fixen Wochenplan (jeder Tag beinhaltet einen anderen Schwerpunkt) verankert.

  • Gelebte Demokratie

In der Nachmittagsbetreuung lernen die Kinder Gesprächskompetenzen (zuhören, ausreden lassen, …), Kompromisse einzugehen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und das demokratische Wahlrecht kennen.

  • Musisch-kreative Erziehung

Die Kreativitätsförderung ist ebenfalls ein wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit, mit dem Ziel, den Kindern eine Basis für Fantasie und Träume zu schaffen. Musik und Rhythmik als Elemente der zwischenmenschlichen Kommunikation – Musik verbindet – zu erleben, bereichern den Alltag genauso wie aktives Gestalten (Speckstein schleifen, …) oder das Errichten von Kunstwerken (Kapla, Sandburgen, …). Das jeweilige Angebot orientiert sich am Jahreskreis.

  1. Freies Spiel

Im freien Spiel verarbeiten die Kinder beispielsweise im Rollenspiel die Eindrücke des Tages, festigen persönliche Beziehungen in ihrem sozialen Umfeld und haben die Möglichkeit einmal „nichts“ – „der Geist bildet sich in der Stille!“ (Goethe) – zu tun.

  • Bewegungserziehung

Der Drang nach Bewegung ist ein elementares Grundbedürfnis des Menschen, der besonders beim Kind im Grundschulalter stark ausgeprägt ist. Kinder benötigen besonders im Schulalltag einen Ausgleich zur überwiegend sitzenden Lerntätigkeit am Vormittag und während der Hausaufgabenerledigung nach der Schule.

Aus diesem Grund legen wir in unserer Einrichtung Wert auf bewegungsorientierte Angebote. Uns stehen dafür der Turnsaal, der große Pausenhof und der Garten der Schule zur Verfügung. Ein ausgewähltes Spiele-Sortiment bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre motorischen Fertigkeiten zu festigen bzw. neue Fertigkeiten zu erlernen und ihre Geschicklichkeit zu verbessern.

  1. Sozialerziehung

Ziel der Sozialerziehung ist, dass das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen lernt,

  • sich als Teil der Gruppe zu sehen (Gruppenzusammengehörigkeit),
  • sich einzubringen (wöchentlich wechselnde Aufgabenverteilung z.B.: Tischdienst, …) und
  • sich am Gruppengeschehen mitverantwortlich (z.B.: Wunschbox, …) zu fühlen.
  • Konfliktmanagement

Das Kind hat die Möglichkeit, verschiedenste soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst zu erleben, zu tolerieren und soll in zunehmendem Maße kritikfähiger werden.

Die Kinder lernen in Konfliktsituationen

  • ihre Sichtweise zu beschreiben,
  • ihre Gefühle auszudrücken,
  • sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit) und
  • gemeinsam einen Lösungsweg (win-win-Situation) zu finden.

 

  1. Sport und Bewegung

In Kooperation mit diversen Vereinen werden jährlich neue Schwerpunkte im Bereich Sport und Bewegung angeboten. Dabei legen wir großen Wert auf die Vielfalt des Angebotes und das Kennenlernen von möglichst vielen Sportarten.

 

GEGENSTANDSBEZOGENE LERNEINHEIT

Hausaufgabenbetreuung wird vom Lehrpersonal der Volksschule Auen mit den Kindern erledigt. Die Kinder lernen, dass regelmäßiges Erledigen der Hausaufgaben wichtig ist, um den Lernstoff zu festigen und damit gut vorbereitet in den nächsten Unterrichtstag zu gehen.

Teile der Hausaufgaben, die nicht mit dem Lehrpersonal erledigt werden können, liegen im Verantwortungsbereich der Eltern.

Wenn einzelne Kinder innerhalb einer angemessenen Zeit nicht fertig werden, wird dies den Eltern mitgeteilt bzw. bei wiederholtem Auftreten mit den jeweiligen KlassenlehrerInnen Rücksprache gehalten.

 

Ziele der HÜ-Betreuung:

  • Unterstützung der wachsenden Selbstständigkeit des Kindes
  • Selbstständiges Arbeiten (z.B. Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken, Gebrauch von Nachschlage­werken)
  • Die Eltern sollen regelmäßig in die Schul- und Hausaufgabenhefte ihrer Kinder Einsicht nehmen
  • Förder- und Nachhilfeunterricht wird im BÜM nicht erteilt!
  • Sollte jedoch Zeit bleiben und das Kind nicht überfordert sein, wird noch gelesen und geübt.